Das Verlegen der Bitumenschindeln

Wenn man im Internet nach dem Spielhaus Joanna bzw. dem baugleichen Spielhaus Tom sucht, findet man oft nur Abbildungen bei denen die Häuser mit Dachpappe gedeckt sind. Das Musterspielhaus in „unserem“ Baumarkt ist zusätzlich mit Biberschwanzschindeln gedeckt, welche nicht nur ein zusätzliche Sicherheit vor Regen bieten, sondern das Spielhaus zu einem echten Hingucker machen. Das wollten wir also auch haben. Allerdings waren die Biberschwanzschindeln fast 50% teurer als gleichwertige Rechteckschindeln, weshalb wir uns für diese entschieden haben. Die Schindeln wurden in 3m²-Paketen verkauft. Da die Dachfläche ca. 7m² beträgt, mussten wir also 3 Pakete kaufen.

Nach einiger Internetrecherche wusste ich zwar, wie man die Schindelbahnen aus Bitumen verlegt, aber das Abdecken des Firsts war mir noch immer ein Rätsel. Glücklicherweise bin ich auf das folgende Video gestoßen, in dem die Firstabdeckung mit Bitumenschindeln ab der Minute 5:29 sehr gut erklärt ist. Aber auch das Verlegen der Schindeln auf der kompletten Dachfläche wird hier sehr anschaulich erklärt. Ein Blick ins Video lohnt sich also.

Wie beim Verlegen der Dachpappe beginnt man an der unteren Dachkante. Im ersten Schritt muss man einige Bitumenbahnen der Länge nach halbieren und die so entstandenen Streifen entlang der Traufkante verlegen und natürlich vernagelt. Dies diente der Optik, da ansonsten bei der unteren Bahn die Dachpappe zwischen den einzelnen Schindeln zu sehen ist. Danach wird die erste vollständige Schindelbahn verlegt. Die untere Kante der Schindeln schließt hierbei ebenfalls mit der Traufkante ab. Da das Dach nicht sehr groß ist, habe ich die Bitumenbahnen gleich über die gesamte Dachlänge verlegt, im Gegensatz zu der im Video gezeigten Variante. Die Bahnen werden mit Dachpappstiften ca. 3cm über den Schindeleinschnitten auf das Dach genagelt.  Auch hierfür habe ich natürlich wieder meinen Ikea-Hammer verwendet.
Bei der nächsten Bahn habe ich die erste Schindel halbiert, sodass die einzelnen Schindeln versetzt zueinander liegen. Die unteren Kanten schließen bündig mit Einschnitte der ersten Schindelreihe ab. Und so geht es weiter. Pro Reihe immer um eine halbe Schindel versetzen und festnageln.

Die Rechteckschindeln werden vernagelt
Die Rechteckschindeln werden von Reihe zu Reihe versetzt vernagelt.

Laut der mitgelieferten Anleitung der Rechteckschindeln ist es bei der Dachneigung des Spielhauses nicht notwendig, die Schindeln zusätzlich mit Bitumenkleber zu verkleben, weshalb ich auf diese Arbeit verzichtet habe.

Die Schindelbahnen werden bis knapp unter den First verlegt. Zum Glück hat der Hersteller des Spielhauses Joanna mitgedacht und die Größen der beiden Dachseiten so gewählt, dass man mit der letzten Reihe knapp drei Zentimeter unter der Firstkante endet.

Die Bitumenschindeln sind fast komplett verlegt
Die Bitumenschindeln sind fast komplett, es fehlt nur noch die Firstabdeckung.

Wie schon erwähnt, hatte ich anfangs überhaupt keine Idee, wie ich den First decken sollte. Aber dabei hat mir oben genanntes Video geholfen. Zuerst werden aus den Schindelbahnen einzelne Schindeln herausgeschnitten. Dabei werden die Schnitte von dem schon vorhandenen Einschnitt leicht schräg, in Richtung Mitte geführt. So entstehen mehrere, sich ab der Hälfte verjüngende Dachschindeln. Ich habe davon 16 Stück benötigt.

Die zugeschnittenen Dachschindeln werden annähernd symmetrisch über den First gelegt und in der Mitte vernagelt. Ab der zweiten Schindel wird die vorherige wieder bis zur Hälfte verdeckt, sodass die Dachnägel nicht zu sehen sind.

Die Firstabdeckung
Die einzelnen Schindeln werden so verlegt, dass sie die vorherigen um ca. die Hälfte überlappen.

Die letzte Bitumenschindel muss dann passend zugeschnitten werden. Dies ist auch die einzige Schindel, die ich nicht vernagelt, sondern mit Bitumenkleber verklebt habe. Diesen Kleber hatte ich nicht parat und musste diese Tätigkeit zu einem späteren Zeitpunkt durchführen.

Die letzte Schindel mit Bitumenkleber verklebt
Die letzte Schindel – mit Bitumenkleber verklebt und mit Einhandzwingen fixiert

Wer sich die Fotos genau ansieht, wird erkennen, dass ich an den Giebelkanten nicht sehr genau gearbeitet habe. Ich habe einfach mies zugeschnitten, so dass die Kante ziemlich unregelmäßig ist. Dies stellt aber kein größeres Problem dar, weil später noch eine Zierkante montiert wird, die diese Unregelmäßigkeiten kaschiert.

4 Gedanken zu „Das Verlegen der Bitumenschindeln

  1. Hallo,
    wir wollen dieses Haus auch aufbauen. Fundament ist gelegt, das Haus bzw. der Bausatz liegt bereit. Du hast geschrieben, dass du die Fenster noch austauschen wirst. Hast du das schon getan? Wo willst oder hast du sie herbekommen?

    Einen lieben Gruß
    Roxana

    1. Hallo Roxana,
      leider bin ich noch nicht dazu gekommen, andere Fenster einzubauen bzw. die vorhandenen so umzubauen, dass sie sich öffnen lassen. Die Idee kam mir ja ursprünglich, da das „Musterhaus“ im Baumarkt innen schon Schimmel ansetzte und besonders im oberen Teil sehr feucht war. Ich wollte also eine bessere Möglichkeit schaffen, zu lüften. Aktuell habe ich ein Lüftungsgitter* in den hinteren Giebel, kurz unter dem Dach gebaut. Bisher reicht dies aus, das Haus ist weder feucht noch schimmelt es.
      Liebe Grüße und viel Spaß mit Eurem Spielhaus (unsere Töchter lieben es),
      René

  2. Hallo,

    ich bin auf Ihre tolle Anleitung gestossen. Klasse die Beschreibung.
    Könnten Sie mir vielleicht sagen, wie viele Bitumenschindeln benötigt werden? Welche Menge von dem Kleber brauche ich Sind 450g genug?

    Vielen Dank und freundliche Grüße

    Christoph

    1. Hallo Christoph,
      das Dach hat eine Fläche von ca. 7m². Ich bin gut mit drei Paketen á 3m² ausgekommen. Das schließt die Firstabdeckung mit ein.
      Den Bitumenkleber braucht man eigentlich nur für die letzte Schindel der Firstabdeckung. Somit sollten 450g locker reichen.
      Viele Grüße und vielen Dank für das Lob,
      René

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