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Der Einbau von Tür und Fenster

Unser Holzspielhaus Joanna hat eine Tür und vier Fenster, die nach dem Streichen des Spielhauses eingebaut werden. Sowohl die Außenseite des Türblattes als auch die Leisten für die Fensterrahmen sollten ebenfalls gestrichen werden. Dies sollte aber schon 1-2 Tage vor dem Einbau geschehen, damit genügend Zeit zum Durchtrocknen ist. Auch hier habe ich die Holzimprägnierung von OSMO zur Vorbehandlung und die Landhausfarbe (diesmal natürlich weiß) benutzt.

Das Einbauen der Tür ist einfach. Als erstes habe ich mittels kleiner Holzstückchen das Türblatt in dem Türauschnitt ausgerichtet und verkeilt, sodass die Spaltmaße annähernd gleich sind. Dann habe ich die mitgelieferten Scharniere an die Tür und die Hauswand geschraubt. Dabei muss man aufpassen, dass man die korrekte Höhe erwischt und in die auf der Rückseite der Tür befindlichen Leisten schraubt. Zum Schluss wird dann noch der Knauf, der zuvor ebenfalls in der gewünschten Farbe gestrichen wurde, angebracht.

Die Fensterrahmen bestehen jeweils aus vier auf Gehrung gesägten Winkelleisten. Nachdem man die mitgelieferten Kunststoffscheiben in die vorgefertigten Fensterauschnitte gesetzt hat, werden diese Winkelleisten nacheinander in den Auschnitt genagelt, so dass sie einen Rahmen bilden und damit die Scheibe fixiert. Es empfiehlt sich, die Leisten probehalber zusammenzusetzen. Bei mir waren nämlich einige Leisten nicht ganz korrekt zugesägt, sodass sie kein rechten Winkel bilden konnten. Diese Leisten musste ich etwas nacharbeiten.

Tür und Fenster sind eingesetzt
Tür und Fensterrahmen wurden weiß gestrichen.

 

Das Streichen des Spielhauses

Bevor die Fenster und Türen eingesetzt werden, sollte man das Haus in der gewünschten Farbe streichen. Dadurch vermeidet man unschönes Übermalen der Fensterrahmen. Unser Lieblingsbaumarkt hat für diesen Zweck die Landhausfarben von OSMO empfohlen. Zuvor sei es aber ratsam, alle zu streichenden Holzflächen mit einer Holzimprägnierung vorzubehandeln, damit das Holz des Spielhauses optimal vor Witterungseinflüssen geschützt ist. Außerdem empfahl uns der Baumarktmitarbeiter die Flächenstreicher genannten Pinsel von OSMO. Ich empfand den Preis für diese Pinsel  ziemlich hoch, habe sie aber trotzdem gekauft. Der Mann war wohl ein guter Verkäufer 😉

Die farblose Holzimprägnierung ist sehr dünnflüssig. Das machte das eigentliche Auftragen zwar einfach, aber besonders beim Streichen der überstehenden Dachunterseiten tropfte die Flüssigkeit schon sehr heftig vom Pinsel.

Nachdem die Imprägnierung vollständig getrocknet ist (laut Beschreibung 12 Stunden), geht es los mit der eigentlichen Farbe wir haben uns für das Nordisch Rot von OSMO entschieden, da das Haus die typisch skandinavische Optik bekommen sollte. Die Farbe ließ sich deutlich besser auftragen als die Imprägnierung, da sie längst nicht so dünnflüssig. Sie ist auch viel ergiebiger, sodass eine 750 ml-Dose für das ganze Haus ausreicht.

Die gestrichene Rückseite
Holzspielhaus Joanna – Die gestrichene Rückseite

Beim Streichen sollte man wirklich aufpassen, dass man die Farbe auch überall in die Rillen bekommt. Mir ist es des Öfteren passiert, das ich nicht alles erwischt habe. Es lohnt sich auf alle Fälle, hin und wieder genauer hinzuschauen.

Die Vorderseite wird gestrichen
Fenster und Tür habe ich mit gelben Säcken verschlossen, damit die Farbe nicht versehentlich insFenster und Tür habe ich mit gelben Säcken verschlossen, damit die Farbe nicht versehentlich ins Haus spritzt. Haus spritzt.
Das Haus ist fertig gestrichen
Geschafft – Alles, was rot sein soll ist rot!

Akku-Bohrschrauber

Wenn man das Holzspielhaus Joanna zusammenbaut muss man viel schrauben. Natürlich macht man das heutzutage nicht mehr per Hand sondern mit einem Akkuschrauber. Ich hatte zwar bereits zwei Akkuschrauber, aber beide waren kaum noch zu gebrauchen. Die Akkus hielten gerademal für 10 bis 20 Schrauben. Also musste ein neuer Akkuschrauber her.

In den Amazon-Blitzangeboten* fand ich dann einen Akku-Bohrschrauber von Einhell, der damals knapp 96€ kostete. Der drehmomentstarke Akkuschrauber verfügt über eine einfache Kapazitätsanzeige, eine LED zur Beleuchtung des Arbeitsfeldes und -was mir am Wichtigsten war – einen 2. Akku.

Einhandzwinge

Die beiden Einhandzwingen, die ich meiner Frau vor einiger Zeit aus ihrer Bastelkiste gemopst habe, erwiesen sich als sehr praktisch, als ich die letzte Bitumenschindel aufgeklebt habe. Die Einhandzwingen von Connex lassen sich, wie der Name schon sagt, sehr gut mit einer Hand bedienen und so konnte ich ohne Probleme die Schindel am First fixieren.

 

Wasserwaage

Die Wasserwaage war ein ständiger Begleiter beim Spielhausbau. Immer, wenn es etwas Auszurichten oder zu Begradigen gab, musste die Wasserwaage griffbereit sein. Zum Beispiel beim Ausrichten der Rasengittersteine oder beim Aufstellen der Seitenwände.

Ich habe während des Hausbaus eine Wasserwaage von Stabila benutzt, die 1 Meter lang ist und mir gute Dienste erwiesen hat.

Stichsäge

Das Holzspielhaus Joanna ist so vorgefertigt, dass man eigentlich keine Stichsäge benötigt. Allerdings habe ich sie dann doch benötigt. Beim Zusammennageln des Fußbodens stand das letzte Brett einige Zentimeter über. Diesen Überstand habe ich mit meiner alten AEG-Stichsäge beseitigt.

Für die wenigen Aufgaben, die eine Stichsäge vorraussetzen, reicht die unten aufgeführte Stichsäge von Bosch. Sie ist nicht sehr teuer, hat aber gute Bewertungen.

Zimmermannshammer

Der Zimmermannshammer (oder auch Latt- oder Klauenhammer genannt) war ein sehr wichtiges Werkzeug beim Spielhausbau. Beim Nageln des Bodens und der Dachlatten war er durch integrierten Nagelheber eine große Hilfe, falls mal ein Nagel schief oder falsch gesetzt wurde.

Mein Hammer stammt aus dem Werkzeugsatz FIXA von Ikea* und hat gute Dienste geleistet. Für den Spielhausbau muss es also kein teurer Dachdeckerhammer mit  Ledergriff und magnetischem Nagelhalter* sein. Es reicht einer der Zimmermannshämmer, die hier aufgeführt sind:

Das Verlegen der Bitumenschindeln

Wenn man im Internet nach dem Spielhaus Joanna bzw. dem baugleichen Spielhaus Tom sucht, findet man oft nur Abbildungen bei denen die Häuser mit Dachpappe gedeckt sind. Das Musterspielhaus in „unserem“ Baumarkt ist zusätzlich mit Biberschwanzschindeln gedeckt, welche nicht nur ein zusätzliche Sicherheit vor Regen bieten, sondern das Spielhaus zu einem echten Hingucker machen. Das wollten wir also auch haben. Allerdings waren die Biberschwanzschindeln fast 50% teurer als gleichwertige Rechteckschindeln, weshalb wir uns für diese entschieden haben. Die Schindeln wurden in 3m²-Paketen verkauft. Da die Dachfläche ca. 7m² beträgt, mussten wir also 3 Pakete kaufen.

Nach einiger Internetrecherche wusste ich zwar, wie man die Schindelbahnen aus Bitumen verlegt, aber das Abdecken des Firsts war mir noch immer ein Rätsel. Glücklicherweise bin ich auf das folgende Video gestoßen, in dem die Firstabdeckung mit Bitumenschindeln ab der Minute 5:29 sehr gut erklärt ist. Aber auch das Verlegen der Schindeln auf der kompletten Dachfläche wird hier sehr anschaulich erklärt. Ein Blick ins Video lohnt sich also.

Wie beim Verlegen der Dachpappe beginnt man an der unteren Dachkante. Im ersten Schritt muss man einige Bitumenbahnen der Länge nach halbieren und die so entstandenen Streifen entlang der Traufkante verlegen und natürlich vernagelt. Dies diente der Optik, da ansonsten bei der unteren Bahn die Dachpappe zwischen den einzelnen Schindeln zu sehen ist. Danach wird die erste vollständige Schindelbahn verlegt. Die untere Kante der Schindeln schließt hierbei ebenfalls mit der Traufkante ab. Da das Dach nicht sehr groß ist, habe ich die Bitumenbahnen gleich über die gesamte Dachlänge verlegt, im Gegensatz zu der im Video gezeigten Variante. Die Bahnen werden mit Dachpappstiften ca. 3cm über den Schindeleinschnitten auf das Dach genagelt.  Auch hierfür habe ich natürlich wieder meinen Ikea-Hammer verwendet.
Bei der nächsten Bahn habe ich die erste Schindel halbiert, sodass die einzelnen Schindeln versetzt zueinander liegen. Die unteren Kanten schließen bündig mit Einschnitte der ersten Schindelreihe ab. Und so geht es weiter. Pro Reihe immer um eine halbe Schindel versetzen und festnageln.

Die Rechteckschindeln werden vernagelt
Die Rechteckschindeln werden von Reihe zu Reihe versetzt vernagelt.

Laut der mitgelieferten Anleitung der Rechteckschindeln ist es bei der Dachneigung des Spielhauses nicht notwendig, die Schindeln zusätzlich mit Bitumenkleber zu verkleben, weshalb ich auf diese Arbeit verzichtet habe.

Die Schindelbahnen werden bis knapp unter den First verlegt. Zum Glück hat der Hersteller des Spielhauses Joanna mitgedacht und die Größen der beiden Dachseiten so gewählt, dass man mit der letzten Reihe knapp drei Zentimeter unter der Firstkante endet.

Die Bitumenschindeln sind fast komplett verlegt
Die Bitumenschindeln sind fast komplett, es fehlt nur noch die Firstabdeckung.

Wie schon erwähnt, hatte ich anfangs überhaupt keine Idee, wie ich den First decken sollte. Aber dabei hat mir oben genanntes Video geholfen. Zuerst werden aus den Schindelbahnen einzelne Schindeln herausgeschnitten. Dabei werden die Schnitte von dem schon vorhandenen Einschnitt leicht schräg, in Richtung Mitte geführt. So entstehen mehrere, sich ab der Hälfte verjüngende Dachschindeln. Ich habe davon 16 Stück benötigt.

Die zugeschnittenen Dachschindeln werden annähernd symmetrisch über den First gelegt und in der Mitte vernagelt. Ab der zweiten Schindel wird die vorherige wieder bis zur Hälfte verdeckt, sodass die Dachnägel nicht zu sehen sind.

Die Firstabdeckung
Die einzelnen Schindeln werden so verlegt, dass sie die vorherigen um ca. die Hälfte überlappen.

Die letzte Bitumenschindel muss dann passend zugeschnitten werden. Dies ist auch die einzige Schindel, die ich nicht vernagelt, sondern mit Bitumenkleber verklebt habe. Diesen Kleber hatte ich nicht parat und musste diese Tätigkeit zu einem späteren Zeitpunkt durchführen.

Die letzte Schindel mit Bitumenkleber verklebt
Die letzte Schindel – mit Bitumenkleber verklebt und mit Einhandzwingen fixiert

Wer sich die Fotos genau ansieht, wird erkennen, dass ich an den Giebelkanten nicht sehr genau gearbeitet habe. Ich habe einfach mies zugeschnitten, so dass die Kante ziemlich unregelmäßig ist. Dies stellt aber kein größeres Problem dar, weil später noch eine Zierkante montiert wird, die diese Unregelmäßigkeiten kaschiert.

Das Verlegen der Dachpappe

Spielhäuser aus Holz sind natürlich nicht regensicher. Damit das Spielhaus Joanna den nächsten Regengüssen stand hält, muss das Dach mit Dachpappe eingedeckt werden. Das Dach hat eine Fläche von ca. 7m². Im Handel werden 7,5m²-Rollen angeboten und man neigt vielleicht dazu, diese zu kaufen. Allerdings sollte man bedenken, das man die Bahnen überlappend verlegt, so dass die 7, 5m² nicht reichen werden. Also sollte man zur 10m²-Rolle greifen.

Dachpappe verlegt man von unten nach oben, damit durch die Überlappung der Bahnen das Regenwasser immer über der Dachpappe bleibt und nicht darunter läuft. Ich habe die erste Bahn so zugeschnitten, dass an den Dachkanten jeweils etwa 10 cm überstehen. Mit meinem Zimmermannshammer und 16 mm langen Dachpappstiften habe ich die Bahnen auf das Holzdach genagelt. Dabei sollte man darauf achten, dass die Dachnägel nur soweit eingeschlagen werden, dass die breiten Köpfe nur auf der Bitumenbahn aufliegen, aber nicht eindringen.

Die erste Bahn Dachpappe
Die erste Bahn Dachpappe wird unten verlegt

Danach habe ich die überstehenden Enden umgeschlagen und von unten an das Holzdach genagelt, so dass ein recht ansehnlicher Abschluss geschaffen wurde.
Nachdem ich die kurze Dachseite genauso bearbeitet hatte, habe ich die zweite Dachpappenbahn der großen Dachhälfte so aufgelegt, dass sie die erste Bahn um einige Zentimenter überlappt.

Die zweite Bahn Dachpappe
Die zweite Bahn Dachpappe überlappt die erste Bahn um einige Zentimeter

Die letzte Dachbahn wird über den First gelegt und muss die Bahnen auf der großen und der kleinen Dachseite überlappen. Auch hier werden die überstehenden Enden umgeschlagen und von unten an die Dachkanten genagelt. Wegen des Firstbalkens muss man die Bahnen hierbei mit einem Cuttermesser etwas ein- und zurechtschneiden.

Die verlegte Dachpappe
Die Dachpappe ist verlegt

Das Dach

Ähnlich wie  beim Fußboden werden die Dachlatten auf querliegende Balken bzw. Latten genagelt. Den Firstbalken hatte ich ja schon beim Aufstellen der Giebelwände eingesetzt. Zusätzlich müssen zwei weitere Leisten an den beiden Seitenwänden, sowie ein Balken mittig der längeren Dachseite, zwischen vorderem und hinterem Giebel, angeschraubt werden. Die Seitenleisten und der Firstbalken sind jeweils 2,20m  lang und man sollte beim Anbau die späteren Dachüberstände berücksichtigen (vorne 32cm und hinten 12cm). Damit ich die Seitenleisten nicht zu hoch oder zu niedrig anschraube, habe ich zuvor ein Dachbrett in der späteren Ausrichtung auf die Giebel gelegt und entsprechende Markierungen für die Seitenleisten gesetzt.

Die Dachbalken sind angebaut
Spielhaus Joanna mit angebauten Dachbalken und -leisten

Mit einem Zimmermannshammer werden dann die Dachbretter auf die Balken genagelt. Auch dies geht, wie beim Fußboden, sehr gut, da die Bretter ebenfalls genutet sind. Man nagelt also das erste Brett auf die Balken und schiebt dann das nächste Brett hinein, nagelt es fest und so weiter.  Ich habe zuerst mit dem kleineren Dach begonnen. Damit das Dach zumindest vorne einen sauberen Abschluss bekommt, habe ich die Arbeiten von vorne nach hinten ausgeführt.

Das Dach ist fast fertig
Das Holzspielhaus mit halbfertigem Dach
Das Dach ist fertig
Die Dachbretter sind komplett aufgenagelt. Das Dach ist fertig.

Als nächstes geht es weiter mit der Dachpappe und den Bitumenschindeln.